?

Log in

Men don't protect you anymore

Dez. 6., 2016

01:30 pm - Und dann ist alles vorbei







Mit diesen Tweets wurde heute Morgen etwas in meinem Kopf angestoßen. Ganz platt ausgedrückt: Ich machte mir Gedanken über meinen aktuellen Stand. Wie sollte meine Beerdigung/Trauerfeier aussehen? Und wie die meiner Eltern? Meiner Geschwister? Die des Kurzhaarigen?
Anders als Hatice Noir (unter anderem Betreiberin des Vegan Beauty-Blogs) ist es mir sehr wichtig, dass meinen Angehörigen meine Vorstellungen kennen. Das ist schon seit vielen Jahren so und mit meinen Eltern bzw. meiner Mutter rede ich hin und wieder darüber. Geprägt unter anderen durch die merkwürdig unpersönlichen Trauerfeiern für meine Großeltern, an denen ich als Kind und Jugendliche teilnehmen musste, fantasierte ich schon früh über meine Trauerfeier, meinen Sarg und Grab. Mit den Jahren wurde ich realistischer, Kosten bewusster und etwas kritischer.
Und dann kam im Sommer der Abschied von Maike. Seit wir zusammen in die Schule gegangen sind, also seit 2000, hatte sie ihren Stil immer wieder gewechselt, für jede Phase ihres Lebens war sie eine andere Person und doch immer die gleiche, laute, polarisierende Persönlichkeit. Eine Trauerfeier, die für jeden Gast seine Beziehung zu ihr widerspieglte, war ein Ding der Unmöglichkeit. Das war mir vorher bewusst, meine Freundin fast gar nicht zu erkennen war trotzdem irritierend. Das hat mir nocheinmal bewusster gemacht, dass ich für mich wieder klare Vorstellungen entwickeln und mit Angehörigen darüber reden muss. Wer ich bin, was ich mir wünschen würde und was sie brauchen.
Das die (vermuteten) Wünsche des Verstorbenen mit einfließen, halte ich für wichtig. Wenn ich sehr nachhaltig lebe, würde ich mir vielleicht auch eine nachhaltige Beerdigung wünschen. Sich schon zu Lebzeiten Gedanken darüber zu machen, wie dies aussehen könnte und welche Anbieter entsprechende Särge/Urnen/Bestattungen anbieten, kann den Angehörigen eine Last von der Schulter nehmen. Empfinde ich schlichte Fichtensärge als eine ästhetische Zumutung, sollte ich mir im Vorfeld Gedanken um hübschere Alternativen machen und ggf. Ansparungen dafür hinterlassen. Wenn Musik ein wichtiges Bestandteil meines Lebens ist, aber niemand in meiner Familie genau weiß welche Lieder oder Bands ich mag, empfinde ich es als wichtig ihnen eine CD oder ähnliches mit Vorschlägen zu hinterlassen. Sie müssen nicht alles davon übernehmen.
Ich bin mir relativ sicher, dass meine Familie einfacher von mir Abschied nehmen kann, wenn statt "Von guten Mächten wunderbar geborgen" Bathorys "Song to Hall up High" knarzt. Und ich werde niemals Erikas auf dem Grab meiner Mutter akzeptieren, auch wenn ich 15 Rote Fächerahörner gegen die Friedhofssatzung pflanzen muss und sie immer wieder eingehen.

Nov. 21., 2016

05:40 pm - Vernichten!


(Bildquelle unbekannt)




Samstag durfte ich ganz legal einen Polizisten verprügeln.
Ok, es war in einem Selbstverteidigungskurs und ich durfte ihm nichts tun, dafür hat er mir bei der Demonstration einer Technik wehgetan - aber es klingt einfach besser!

In einem fünfstündigen Kurs (auf der "wunderschönen" Teilnehmerurkunde mit vier Schriftarten und 3D-Effekten als "fünf Kurseinheiten" bezeichnet) lernten wir auf den Hals schlagen, in Schlagkissen boxen und treten sowie aggressive Patienten im Rettungswagen fixieren. Im Vorfeld hatten sich alle Teilnehmerinnen schon per Whats App zusammengeschlossen und ein reichhaltiges Fingerfood-Buffet zusammengetragen. Eigentlich war das Ziel den Dozenten zu mästen, am Ende aßen wir jedoch selbst. Frei nach dem Motto "Ich bin zu dick zum Weglaufen, ich kämpfe!".
Wer sich wundert, wann wir im Kampfgetümmel Zeit zum Essen hatten: Zwei der fünf Einheiten bestanden aus Theorie - Gesetzeslage zur Notwehr, Anatomie, erlaubte Hilfsmittel, usw. Da wurden nebenbei einige Möhren, Weintrauben und Minikuchen vernichtet. ;)

Durch meine Fortbildung betrachte ich solche Kurse mittlerweile auch aus dem Blickwinkel des Aufbaus, Aufteilung und Reflexion/Transfer in den Alltag. Mit zwölf Personen waren wir ein relativ kleiner Kurs, trotzdem hätte ich mir bei den "komplizierteren" Techniken (Ein- und Ausdrehen) mehr Anleitung gewünscht. Geprobt haben wir alles mit anderen Kursteilnehmerinnen, also Bekannten. Habt ihr schon mal versucht eure Kollegin, mit der ihr euch gerade noch unterhalten habt, zu Boden zu schubsen? Gar nicht so einfach. Da wir sehr kleinschrittig mit einigen "Spielchen" bzw. einfachen Übungen eingestiegen, wurden die Hemmungen aufeinander einzudreschen mit der Zeit verringert. Wir haben uns trotzdem ständig reflexhaft entschuldigt wenn Schläge oder Tritte eine ungeschützte Stelle traf. Dagegen halfen auch die in den Raum gebrüllten Anfeuerung, die zur Überschrift dieses Beitrags wurde, nicht viel.

Der Tenor aller Übungen lag darauf eine Vielzahl von reflexhaften Techniken auszuprobieren, um sich im Ernstfall mit einem Bewegungsmix zu helfen. Oder unterstützt von einem der kleinen Helferlein die der Dozent rein zufällig auf selbstständiger Basis vertreibt. (PS: Seine Abwehr-Taschenlampe hat im Direktvergleich mit meiner Einsatzlampe verloren. Die kostet das Vierfache, ist aber aus meiner Sicht praktischer.)

Körperlich sind alle an den Rand ihrer Belastung gekommen. Wir haben geschwitzt und geschnauft, gelacht, Blaueflecken geerntet und einen schönen Muskelkater herangezogen. Und ich muss gestehen, dass ich daheim recherchiert habe wie teuer Schlag-/Trittpads sind, um auch ohne Dozent die ein oder andere Sache zu wiederholen. Allerdings glaube ich nicht, dass ich aus dem Stehgreiff wieder so heftig auf jemand anderen einschlagen könnte - ohne Not.

Neben dem ganzen Körperlichen hatte mein Kopf mit den Szenarien noch eine Weile zu kämpfen. Wir haben es im Rahmen des DRK gemacht, vornehmlich um uns bei Sanitätsdiensten im Fußballstadion oder Volksfesten schützen zu können. Für mich bleibt immer die Frage: Ab wann wehre ich mich körperlich? Ab wann wehre ich mich körperlich so heftig, dass mein Kontrahent verletzt werden könnte?
Ich weiß aus meiner Biografie, dass ich viel erdulde. Der Betrunkene, der sich auf mich stützt und dabei an sabbert... Als Privatperson würde ich ihn schon eher in seine Schranken weisen, als in Dienstkleidung (oder bei der Arbeit hinter einer Theke) - in der Situation bin ich als erstes dafür da, dass diese Person sicher ist. Vielleicht wird mir erst hinterher bewusst, dass er auch selbst hätte gehen können und es nicht notwendig war, sich unter der Jacke an mich zu klammern.
Gleichermaßen hat es mich irritiert, dass während des Kurses die Aussage kam: "Wenn ich weiß, dass die Leute in meinem Umfeld Frauen nicht respektieren und besoffen erstrecht nicht, dann bleib ich doch nicht auf der Party, sondern gehe weg. Wer da noch bleibt hat selbst Schuld."
...
...
Danke für Nichts.

Wer Sicherheitstrainings für Frauen gibt weiß, dass die meisten Übergriffe im näheren Umfeld passieren. Er hat darüber geredet. Er weiß, dass die meisten Übergriffe nicht angezeigt werden. Er wird doch auch wissen, wie hoch die Quote derjenigen ist, die nicht darüber reden. Er wird doch auch damit rechnen, dass es Frauen in den Kursen gibt, die etwas erlebt haben ohne sich ihm zu offenbaren. Für mein Empfinden hätte die Sprache etwas sensibler sein können.
Als Sensiblchen musste ich mehr als einmal tief durchatmen.
Ihr seid niemals schuld.
Lasst euch das nicht einreden.
Vielleicht dumm, naiv oder zu nett.
Aber niemals schuld.

Aktuelle Stimmung: irritatedirritated
Aktuelle Musik: Murderdolls

Nov. 13., 2016

06:56 pm - 12 von 12 im November

Gestern war der 12. November 2016. Einerseits ein Samstag wie viele andere auch, andererseits war es der 12. Tag im Monat und damit wieder Zeit zwölf Bilder aus meinem Alltag ins Internet zu werfen.

Ausnahmsweise began ich damit schon sehr, sehr früh - nämlich mitten in der Nacht. Ich war halt noch wach.























































Damit seid ihr auch wieder etwas auf dem Laufenden, was bei uns passiert: Die ersten "Küken" haben Eier gelegt, ich bewege mich auf die letzten Wochen als Weiterbildungs-Studentin zu und habe pünktlich zum Herbst einen Depri-Schub bekommen. Ich arbeite daran, dass sich der schnell wieder verzieht.

Current Location: Haus das Verrückte macht
Aktuelle Stimmung: disappointeddisappointed
Aktuelle Musik: Nightwish

Okt. 23., 2016

10:14 pm - Dramaschwein

Milchreis geht kaputt. Gesternabend vergaß ich zu füttern. Heute Vormittag wollte sie nicht fressen. Saß nur zusammengekrümmt daneben. Nun gab es Critical Care und Benebac und Frncheltee per Zwangsfütterung.
Aber die hat Schmerzen. Laute Darmgeräusche.
Drückt die Daumen, dass sie die Nacht übersteht.

Okt. 17., 2016

08:31 pm - He's dead, Jim

Seit klar war, dass Captain Janeway ein Hahn ist, stand fest, dass er irgendwann weg muss. Wir haben viel gezögert - als er anfing zu krähen, als wir total genervt vom Krähen waren, als sich die Nachbarn darüber beschwerten, als die Hühner immer mehr Federn verloren, als er die Küken angriff,... Aber letztendlich war es doch der Job eines Hahns. Wir haben im Bekanntenkreis immer wieder rumgefragt, ob nicht jemand einen Hahn möchte - er war doch so hübsch, zuvorkommend und beschützerisch. Aber es fand sich niemand. Langsam befürchtete ich, dass er anfangen könnte seine Töchter zu bespringen. Oder es zu Kämpfen mit seinem Sohn kommt (der derzeit noch nicht weiß, dass er größer als alle anderen ist).
Nachdem sich eine eventuelle Interessentin nicht mehr meldete, quälte ich mich 1 1/2 Wochen bis zur Durchführung des letzten Schrittes:

Am 12.10.2016 haben wir Cpt. Janeway geschlachtet.


Bilder und etwas mehr Story dazu hinter dem Cut.Collapse )




Das gar nicht mehr so kleine "Küken" Krähe hat heute um 15 Uhr seinen ersten Kräher getan.

Sep. 22., 2016

11:18 pm - Wann ist das passiert?

Die Zeit rennt mir davon. Erst neulich schrieb ich vom Wylag, war dann zum Kletterlehrgang, Projekttag, Hospitation... und dann schon wieder der Wandern & Draußen-Lehrgang. Dazwischen Retthungshunde und Sanitätsdienst, Familie etc. pp. Das schreiben zwischendurch fällt oft runter. Da kann ich noch sooft Besserung geloben, es fällt mir zur Zeit einfach schwer.
Auch das nebenbei Fotografieren leidet derzeit. Zum Kletterlehrgang hatte ich tatsächlich meine "dicke" Spiegelreflexkamera mit geschleppt um ein paar schöne Bilder zu machen. Denn meine Handyfotos gefallen mir oft nicht...

Um etwas auf den Kletterblock im August vorbereitet zu sein, war ich einige Wochen vorher schon mit einer anderen Kursteilnehmerin zum Bouldern, also dem Klettern ohne Sicherung in geringen Höhen, verabredet. Das war auch gut so, da ich für mich erste Griffe lernte und einen noch anderen Blick auf das Thema bekam, als es uns im Kurs vermittelt wurde. Im Kurs selbst stand das Hallen- und Felsklettern im Vordergrund, Bouldern selbst wurde fast nur für Spiele und Technik auf sehr niedriger Höhe angebracht. Mein Haupthema ist jedoch die Höhe beziehungsweise das Runterkommen aus ihr, was ich beim ersten Versuch regelmäßig nicht auf die Reihe bekommen hatte. Dann stand ich gerne auf drei Meter Höhe an irgendwelchen für mich ungewohnten Griffen und wusste nicht, was ich machen sollte - denn rückwärts runter springen geht für mich nicht. In der Hinsicht war das Klettern angenehmer, da der Rückweg abgesichert ist.
Außerdem konnte ich mir beim Testbouldern bessere Schuhe leihen, als die Badelatschen, die ich im Kurs erwischte: Keinerlei Vorspannung, dafür eine scharfe Kante, welche mir die Ferse aufschnitt. Mit dem Wissen, dass es besser geht, war ich kurz davor mir eigene Schuhe zu kaufen, um solche Pein nicht nochmal zu erleben. Mehr oder weniger Preisbewusst* habe ich mir dann neulich nur etwas Magnesia (gegen schwitzige Hände) zugelegt - im Kurs kletterten wir ohne. Das möchte ich auch nur ungern wieder machen. Wenn man eh schon an jedem Griff und seinen körperlichen Fähigkeiten zweifelt sind nasse Hände mehr als nervig.


Badelatschen in harzer Idylle


Und wer sich wundert: Spiele? Ja, es gibt Spiele, die an Kletter- und Boulderwänden gespielt werden können. Hätte mir jemand von 10 Jahren gesagt, dass ich mich mal an einer dieser Wände mit bunten Plastikgriffen wortwörtlich zum Affen mache, hätte ich ihn ausgelacht oder schlicht mit dem Kopf geschüttelt. Aber so sprang ich bei dem Kommando "Feuer!" brav an den hösten Griff den ich erreichen konnte, klammerte mich bei "Wind!" an Mitspieler, versuchte mit den Füßen alle Tritte zu erreichen die mich umgaben oder eine möglichst lange Strecke zurück zulegen ohne ein Geräusch zu machen - mit angehängten Karabinern an den Füßen. Und hatte auch noch Spaß dabei - unglaublich, aber wahr.
Die in den Tagen erworbenen Kletterfähigkeiten sind auch schon zur Anwendung gekommen. Bei einem Hundetraining kletterte ich auf einen 3 m hohen Betonpfeiler. Okay, ich brauchte lange - aber da waren Tritte drin! Massive Eisenstangen in bequemem Abständen! Das war für mich kaum zu glauben, das andere es nichteinmal versuchen wollten.



Kochen gehört ebenfalls zu den wichtigeren Elementen in unseren Lehrgängen. Da wir während des Kletterkurses kaum auf Gewichtsbeschränkungen achten mussten - im Kanukurs musste alles in die Transporttonnen, beim Wandern alles getragen werden - schwelgten wir zwischendurch im kulinarischen Grillerparadies. Fleisch, Gemüse, Bier und Stockbrot, auf das keiner mehr Hunger hatte. Aber das ist kein Problem... einfach den Teig in einen Topf, Deckel drauf und in die Glut vom Lagefeuer gestellt. Am nächsten Tag gab es Topfbrot.
Für den nächsten Theorieblock sind wir schon zum Kochen verabredet.


Pilze und Pils



Und obwohl ich nachts im Zelt wieder furchtbar fror, hatten wir während des Kletterkurses bestes Wetter. Sind meine Arme auf dem Bild vom Hallen-Bouldern noch käsig (und da schon gebräunter, als in meinen besten Kellergruftie-Jahren), war ich nach zwei Tagen am Felsen fast braun. So ein gutes Wetter hatten wir bei keinem anderen Outdoorkurs: Unsere Kanutour wurde wegen Gewitter unterbrochen (Spoiler: Kenterübungen sind nicht so dramatisch, wenn das Flusswasser wärmer als der Regen von oben ist) und unsere Tage im Wald waren eher Regenjacken-Testtage.

Sollte von einen der anderen Kurse noch Bilder auftauchen, werde ich vielleicht noch Blogeinträge basteln. Aber nur, wenn ich nicht gerade Kartoffeln ausgrabe, Knoten übe oder auf einem Sanitätsdienst Pflaster klebe.


*Mehr oder weniger Preisbewusst, da ich mir im gleichen Zug einen 65+10 l Wanderrucksack von Deuter gekauft habe. Der wäre nicht zwingend notwendig gewesen, aber sowas stand auch schon lange auf meiner Wunschliste...

Aktuelle Stimmung: tiredtired
Aktuelle Musik: Die Streuner

Aug. 14., 2016

10:14 am - Wylag

Schon auf der Anfahrt merkte ich, dass ich dieses Jahr etwas wichtiges vergessen hatte: Meine Kamera. Also machte ich fast nur Hundebilder mit dem Telefon.
Aber der Norddeutsche Rundfunk war wieder da und hat Bilder und Videos online.
Donnerstagabend war eine Onlinebekanntschaft von Tiger mit Kamera da, die einen Teil ihre Bilder, hauptsächlich Portraits, auf Facebook gepostet hat: https://www.facebook.com/blickfaengerinfoto/ Aus der Reihe gibt es sogar ein Bild von mir, das ich mag:


Bild: Blickfängerin/Alina Krohn


Da sich das Programm im Vergleich der Jahre nicht verändert hat und auch die bekloppten Aktionen weitesgehend ausfielen, wüsste ich auch nichts, was ich verpasst habe zu fotografieren. Höchstens ein paar drollige Besucherhunde, wie die kleine (jagdlich geführte) Dackelhündin die Fuchsfelle anknurrte. Mein Wylag bestand eher aus Menschenbegegnungen und Unterhaltungen.
Dazu kam das irritierende Gefühl in den ersten Tagen, Maike nichts mehr erzählen zu können. Sie hatte mich 2005 zu meinem ersten Wylag geschleift.
Und die Trauer um Andrea, die kurz nach dem letzten Wylag 2014 verstarb.

Geschlafen habe ich in diesem Jahr als "Mieterin": Tiger war schon einige Tage vor mir in Ratzeburg und fing das fröhliche Handeln mit Zelten an. Also hatte ich immer mal wieder SMS ala "Brauchst dein Zelt nicht" - "Brauchst dein Zelt doch. Das neue ist schimmlig/schon verkauft/..." usw. Ab Vorabend schleppte ich mein Zelt einfach wieder auf den Dachboden und fuhr ohne - irgendwo würde ich schon unterkommen. Hat sich auch so ergeben, auch wenn das Zelt bei meiner Ankunft schon an Joe weiter verkauft war. Darin war deutlich mehr Platz als in meinem kleinen Klappzelt. Was allerdings auch heißt, dass es nachts kälter war als ich es gewöhnt bin. Fast 3 m Höhe habe ich mit meiner Körperwärme einfach nicht warm genug bekommen um wohlig zu schlafen. Trotz Schlafsack, Lodenmantel und Wolldecke. Ironischerweise hatte ich in den Tagen vor der Abfahrt keinen Bock auf Hitze im Zelt. Zwischendurch hatte ich Platz für Übernachtungsgäste samt Kind und da es ein liebes Kind war, war das okay (und endlich mal warm).
Durch ein anderes Kind, das dieses Jahr bei uns zu Besuch war, lernte ich auch Hüpfekästchen in Holzschuhen zu hüpfen. Fragt nicht - aber es geht.
Ratzeburger Taxidienste waren auch eher merkwürdig. Angegeben wurde, dass ein Fahrer in 10 Minuten da ist. Nach 20 Minuten hieß es "In 5 Minuten", insgesamt haben wir 50 Minuten gewartet.

Die Taverne fand ich dieses Jahr an den Abenden teilweise sehr leer. Als "Nachbar" bleibt es aber mein liebster Ort für die Abende, ans Lagerhopping kann ich mich nicht ganz gewöhnen. Bisher war jeder Abend in irgendwelchen Lagern merkwürdig. Ob es nun wegen Kräuterrauchen, Konservenmusik, Fußball gucken auf nem Telefon oder Faxe-Ausschank lag. An der Taverne stören sich die Leute auch seltener, wenn ich einfach dabei bin und schweige. In Lagern irritiert es andere und es werden Gespräche aufgedrängt. An der Taverne kam auch noch niemand auf die Idee, mir den Schoß als Sitzplatz anzubieten, weil kein Stuhl frei war. Oder Bier in meinen Becher Tee zu kippen.

Ich werde mich bemühen dieses Jahr wieder zum Burgfest auf die Tannenburg zu fahren. Mit Kamera.

Tags:
Aktuelle Stimmung: tiredtired
Aktuelle Musik: Waschmaschine schleudert

Jul. 17., 2016

10:50 pm - Super Sonntag

Endlich habe ich mal wieder an Fotos gedacht von sieben Dingen, für die ich heute meine Hände benutzt habe. Also heute ist ein Sonntag, ein sieben-Sachen-Sonntag. Angefangen damit hat Frau Liebe und mittlerweile sammelt Grinsestern die Teilnehmer ein.



Kaffee getrunken. Heute war der zweite Tag eines Funklehrgangs und Lehrgangskaffee gibt es zur Zeit in Pappbechern. Eigentlich hätten wir in der voll ausgestatteten Küche mit Spülmaschine auch Tassen, aber das ist wohl zu einfach. Oder eben zu schwer, diese Sache mit dem ein- und ausräumen...


Mich mit dem Breitengradmessdingsi auf einer Karte orientiert. Erst im Unterrichtsraum, später unterwegs.


Unterwegs heißt, als Beifahrer in einem Rettungswagen. Dort kümmerten sich meine Häne ums Funkgerät, mussten Protokolle schreiben und mit der Karte und dem Dingsi bestimmte Zielkoordinaten raussuchen. Das arme Hirn musste zusätzlich auch noch Rätsel lösen und Dinge wie "Antennenkabel" buchstabieren.


Eine Flasche weggestellt. Mit Kaffee und einem Ale (viel später), habe ich über 3 Liter getrunken. Heureka!


Eingemummelte Feldbetten von einem Anhänger in einen Transporter geladen und von dem Transporter wieder in ein Lager gebracht. Muss ja alles seine Ordnung haben.


Nach fast 10 Stunden endlich wieder daheim - darauf erstmal ein Eis!


Und weil es so schönes Wetter war, saßen der Kurzhaarige und ich noch eine ganze Weile im Garten und haben uns die Finger verbrannt. Dabei ist der Kronkorentisch ordentlich weiter gewachsen und steht kurz vor seiner Vollendung - leider sind uns die Becks-Kronkoren ausgegangen und ich wollte nicht, dass ein relativ häufiges Element am Ende komplett im Muster fehlt. Nebenbei gab es das vorher schon erwähnte Heather Ale.
Am Ende werden 704 Kronkoren auf der Tischplatte kleben. Wir haben es kurz im Kopf überschlagen wieviel Liter das wohl waren und bei einem Literpreis von durchschnittlich 90 Cent... Oh, schau mal, das ist aber ein besonders hübscher Grashalm, oder?
;)

Jul. 13., 2016

06:00 pm - Picture my day

Irgendwer im Internet hat sich ausgedacht, dass es doch lustig wäre, wenn Menschen ihren ganzen Tagesablauf fotografieren und anderen Menschen im Internet zeigen. Dann können wir alle neidisch auf das Leben von anderen Menschen schauen und sofort eine Katzenkaffeetasse auf Amazon bestellen oder den Partner nächstes Wochenende in den Zoo schleifen.
Neben "12von12", mit denen ich gestern kämpfte (Eintrag kommt noch) und den "Sieben Dinge, die ich am Wochenende mit den Händen gemacht habe", musste ich natürlich auch mal den Picture my day mitmachen. Passenderweise ist mir überhaupt erst eingefallen, dass ich dafür Fotos machen muss, als ich schon 60 km entfernt von der Heimat auf dem Weg ins Trainingsgebiet war.
Picture my day!Collapse )

Tags: ,

Jul. 6., 2016

03:41 pm - Projekt Putput wird 1 Jahr!

Am 25. Mai 2015. habe ich den Tag „projekt putput“ zum ersten Mal verwendet (damals war ich sehr viel fleißiger was das Schreiben über mein Anti-Island angeht- Schande über mich!), aber der eigentliche Beginn des Projekts Putput war der Einzug der Hühner am 26. Juni 2015 (Friends only-Beitrag). Da ich dieses Jahr am 26.6. unterwegs war, verzögerte sich der Rückblick auf ein Jahr mit Hühnern etwas.
Mit dem ersten Schwung Hühnern, die vier aus der Nachbarschaft, haben wir schon einiges erlebt: Der Umbau, um überhaupt Hühner halten zu können, das Ausräumen des alten Stalls, der Todesfall durch den übermütigen Hund, Namensgebung, Spaziergänge im Garten, Flughühner die gar nicht flugfähig sein sollten, ein überraschender Hahn (der uns an den Rand des Wahnsinns trieb), die ersten eigenen Eier, ... und jetzt sind die Küken da.
Am 6. Juni, also vor genau einem Monat, habe ich die Küken von K. abgeholt. Mittlerweile hatte sie ihre Prognose „Drei Hühner, ein Hahn“ gedreht und vermutete drei Hähne und eine Henne. Aus dem gelben Blob Plumps war ein riesiges weißes Küken geworden, eines der braunen Küken war nun eher gräulich und fast so klein wie die Zwerghuhnküken. Zwei fast identisch große Küken waren bräunlich und schwarz, mit ähnlichen Federzeichnungen wie der Vater. Auf dem Rückweg fuhr ich kurz bei meiner Schwester vorbei und der kleine große Neffe zeigt auf das bräunlichste Küken: „Cappuccino ist doch braun, oder? Dann heißt das jetzt Cappuccino.“ Also doch nix mit „Oh je“.



Daheim im Auslauf hatte ich einen alten Kaninchenaußenstall (in dem wohnten die Frettchen, als sie hier im „Urlaub“ waren) in eine Ecke gestellt und den Meerschweinchenauslauf drumherum aufgebaut. Mir war klar, dass die alten Hühner sofort darüber springen könnten und die Neuen auch nicht lange brauchen würden. Aber immerhin wären die Schlafplätze getrennt und eine optische Barriere vorhanden. Und die war auch gut! Kaum waren die Küken aus dem Karton in den Auslauf geschüttelt, standen die Hühner kreischend vor dem Zaun und der Hahn startete einen Scheinangriff nach dem nächsten.



Später erfuhr ich von einer anderen Bekannten, deren Oma jahrelang Hühner hielt, dass sie Vergesellschaftung ähnlich behandelte. Erst ein paar Tage in getrennten Abteilen mit Sichtkontakt, später gemeinsamer Auslauf und getrennte Schlafplätze und irgendwann geht es. Zu der Zeit stand Cpt. Janeway, also der Hahn, kurz vor der letalen Operation am Hals, da er morgens um 4:30 Uhr mit dem Krähen begann, mit dem Einzug der Küken wurde er zudem kurzeitig sehr aggressiv - seit zwei Wochen ist er fast vollständig verstummt. Mal abgesehen davon, dass der Captain und seine Crew die Newbis im Auslauf verscheuchen, wenn sie zu aufdringlich werden oder mit Leckereien fressen wollen, läuft es jetzt ganz gut. Noch keine dicken Freundschaften, aber keine Scheinangriffe oder gar Kämpfe. Obwohl die größeren Küken bald so groß sind wie die Althühner. Seit ein paar Tagen schlafen die Neuen mit im richtigen Stall und gestern Nacht saß das schwarze Küken, das wegen seiner Neigung immer den höchsten Punkt zu suchen „Geier“ genannt wird, direkt an den Hahn gekuschelt. Hoffentlich ist es ein Huhn!

20160706_003222.jpg

no title



Das graue winzige Küken erhielt ebenfalls am Tag der Einkunft einen Namen. Ein Twitterbot hatte meine Nachricht von der Ankunft der Küken mit merkwürdig makaberen Antworten bedacht. Als wären sie Untote... Da der kleine graue Federball gerade auf meinem Fuß saß und sehr verwirrt wirkte, wurde es zu „Zombie“. Die Verwirrung hat sich bis heute nicht gelegt, Zombie ist immer etwas hinter den anderen und durch ein mandelförmiges Auge (das andere ist normal rund) ist die verpeilte Ausstrahlung noch stärker. Wir vermuten, dass es ein kleiner Hahn ist.



Da das weiße Monsterküken seeeehr dreist ist und sich gerne auf Menschen setzt (gerne auch auf meine Schultern und pickt dann in die grünen Haare oder versucht meine Piercingkugeln zu fressen - Augenbraue olé!) habe ich angefangen es genervt als „Krähe“ zu bezeichnen. Vielleicht auch etwas beeinflusst von der weißen Krähe aus dem Roman „Die Wand“, welchen ich gerade las. Die Dreistigkeit und der rasante Wachstum lassen uns in diesem Küken auch eher einen Hahn vermuten.



Gleichzeitig mit den Küken kamen zusätzliche Sorgen auf. Zum einen wird der Hahn bald weg müssen. Nicht nur, dass sein lautstarkes Gekreische eine nervliche Belastung ist, kann ich ihn alleine nicht festhalten. Die Hühner setze ich nachts im Stall einfach um - bei ihm geht das nicht. Er ist langsam in einem Alter, dass das Fleisch bald zu faserig wird um zu schmecken. Ich fange an, YouTube-Videos zur Schlachtung zu schauen. Sehr schweren Herzens zur Zeit, da er ja wieder ruhig und umgänglich ist.
Nerviger ist da das Gepicke der Althühner in meine Füße und Beine. Aus den lieben, vorsichtigen Küken aus dem letzten Jahr sind hinterlistige Hacker geworden. Dazu sehen sie furchtbar aus. Neben dem Treten vom Hahn, das ihnen nackte Schultern einbrachte, verlieren sie derzeit viele Federn. Ich hoffe, dass dies nur die erste richtige Vollmauser ist. Bisher verloren sie immer nur einzelne Federn, nackte Hühner (wie sie die Literatur beschrieb) kenne ich bisher nicht.



Dazu kommt, dass Fluffpuff immer wieder einen Kot beschmierten Puschelpopo hat und besonders in der Ruheposition pfeifend atmet. Ein Kothaufen neulich war durchsetzt mit langen, fadenartigen Rückständen. Hoffentlich keine Würmer! Wurmmittel wie es sie für Hunde oder Katzen gibt, gibt es bei solch kleinen Hobbyhühnerhaltungen meines Wissens nach nicht. Jetzt gibt es alle paar Tage Reis mit geriebenen Möhren und Knoblauch, der Stall wurde komplett gemistet, der Auslauf durchgeharkt und alle Trinkbehälter mit kochendem Essigwasser ausgespült. Einen neuen ähnlichen Kothaufen habe ich nicht wieder gefunden, aber noch bin ich nicht beruhigt. Merkwürdigerweise sind nur die beiden weißen Althühner, besonders häufig halt Fluffpuff, so dreckig rund um die Kloake. Der Hahn hat selten Dreck hängen, bei den Küken habe ich es noch gar nicht gesehen. Ein pflanzliches Wurmmittel ist bestellt, aus dem Landhandel wollte ich demnächst mal Kükenfutter mit einem Wirkstoff gegen Kokzidien holen. Keine Ahnung was hilft, aber hoffentlich irgendetwas davon.

Navigate: (Previous 10 Entries)